Der erste Reflex ist, im Supermarkt einen Rohrreiniger zu kaufen. Es ist zugleich der schnellste Weg, aus einem Halbstundenproblem eines für ein paar Hundert Euro zu machen. In den allermeisten Fällen sitzt die Verstopfung an einer Stelle, die Sie mit den Händen und einem Eimer erreichen.
Warum Sie auf chemische Rohrreiniger verzichten sollten
Sie wirken, manchmal. Das Problem ist, was sie hinterlassen.
- Sie greifen Dichtungen an. Es sind stark ätzende Substanzen: Häufig verwendet, trocknen sie die Dichtungen von Siphon und Anschlüssen aus und lassen sie brüchig werden. Die Undichtigkeit, die Sie ein halbes Jahr später unter dem Möbel entdecken, beginnt oft genau dort.
- Bei alten Rohren richten sie Schaden an. In Altbauten mit Metallabflüssen ist das Risiko real.
- Wirken sie nicht, wird es schlimmer. Das Mittel steht dann über der Verstopfung im Rohr. Öffnet später der Installateur den Siphon, bekommt er eine ätzende Flüssigkeit ab: Sagen Sie es uns, wenn Sie eines verwendet haben.
Der Siphon: fast immer sitzt es dort
Der Siphon ist der S-förmige Bogen unter dem Waschbecken. Er hält etwas Wasser zurück, das als Sperre gegen Kanalgerüche wirkt — und ist genau die Stelle, an der Haare, Seife und Fette hängen bleiben und sich verdichten.
Bei den meisten verstopften Becken sitzt das Problem dort. Und man kommt ohne Spezialwerkzeug hin.
So reinigen Sie ihn
- Stellen Sie einen Eimer oder eine Schüssel unter den Siphon. Es läuft das gesamte stehende Wasser heraus, und das ist nicht wenig.
- Lösen Sie von Hand die beiden Überwurfmuttern aus Kunststoff. Sitzen sie fest, helfen Sie mit einer Zange nach und legen Sie einen Lappen um die Mutter, um sie nicht zu beschädigen.
- Ziehen Sie den Siphon ab und leeren Sie ihn. Reinigen Sie ihn innen mit einer Bürste oder einer alten Zahnbürste.
- Prüfen Sie auch das Rohrstück Richtung Wand: Manchmal sitzt die Ablagerung knapp dahinter.
- Bauen Sie wieder zusammen und ziehen Sie die Muttern von Hand an, ohne Gewalt: Kunststoffgewinde reißen leicht aus.
- Lassen Sie Wasser laufen und prüfen Sie auf Tropfen. Tropft es, sitzt die Dichtung nicht richtig: in Ruhe noch einmal ab- und anbauen.
Der Siphon ist sauber, das Wasser läuft trotzdem nicht ab
Dann sitzt die Verstopfung weiter hinten, im Rohr in der Wand oder in der gemeinsamen Fallleitung. Ein entscheidender Hinweis: Laufen auch andere Abflüsse schlecht ab — Dusche, WC, Spüle? Wenn ja, liegt es nicht an Ihrem Becken, sondern an der Fallleitung, und im Mehrfamilienhaus betrifft das alle.
Hier braucht es richtiges Werkzeug: Spirale oder Hochdruckreinigung. Das gehört zu unseren gewöhnlichen Sanitäreinsätzen.
Was Sie nie tun sollten
- Kein Öl oder Bratfett in den Abfluss gießen: Es erstarrt im Rohr und ist Verstopfungsursache Nummer eins in der Küche.
- Nicht mehrere verschiedene Mittel nacheinander verwenden: Sie können miteinander reagieren.
- Keine improvisierten Drähte oder Eisenstücke ins Rohr schieben: Sie verklemmen sich, und sie herauszuholen kostet mehr als die Verstopfung.
So beugen Sie vor
Ein Haarsieb in Dusche und Waschbecken kostet wenige Euro und löst neunzig Prozent der Fälle. In der Küche sammeln Sie Fette in einem Behälter und entsorgen sie im Restmüll statt im Abfluss. Und einmal im Jahr den Siphon abnehmen und reinigen, bevor er zusitzt: zehn Minuten gegen einen Noteinsatz.


