Sie öffnen den Hahn und das Wasser kommt milchig heraus, als wäre es schmutzig. Das erschreckt viele, und in nahezu allen Fällen ist es harmlos. Es gibt aber einen sehr einfachen Weg, den harmlosen Fall von jenem zu unterscheiden, der einen Anruf verdient.
Der Glastest: zehn Sekunden
Das ist der einfachste Weg herauszufinden, womit Sie es zu tun haben — ganz ohne Geräte.
- Füllen Sie ein durchsichtiges Glas am Hahn und stellen Sie es auf den Tisch.
- Beobachten Sie es, ohne es zu bewegen. Klärt sich das Wasser von unten nach oben innerhalb weniger Sekunden, wie ein Bier, das sich setzt, ist es Luft. Kein Problem.
- Bleibt es dagegen auch nach einigen Minuten gleichmäßig trüb, ist es keine Luft: Dann schwebt etwas darin, und das gehört geprüft.
Diese Bewegung von unten nach oben ist das untrügliche Zeichen für Luft: Die Mikrobläschen steigen auf, und das Glas wird vom Boden her wieder klar.
Warum Luft in die Leitung kommt
Die normalen Ursachen sind drei, alle harmlos:
- Arbeiten am Wassernetz. Nach einem Eingriff des Versorgers oder nachdem das Wasser abgestellt und wieder geöffnet wurde, bleibt Luft in den Leitungen und tritt für Stunden oder Tage aus den Hähnen aus.
- Der Strahlregler der Armatur. Viele Mischbatterien mischen bewusst Luft und Wasser, um den Verbrauch zu senken und den Strahl voll zu halten. Das ist ihre Aufgabe.
- Druck und Temperatur. Kaltes Wasser enthält mehr gelöste Luft; erwärmt es sich im Haus, wird sie als Mikrobläschen frei.
Wann es doch geprüft gehört
Farbe und Dauer ändern alles:
- Es bleibt weiß und trüb auch nach einigen Minuten: Es können Schwebstoffe sein.
- Es ist rötlich oder bräunlich: fast immer Rost, typisch für verzinkte Stahlleitungen nach einer Unterbrechung oder einem Druckstoß. Lassen Sie einige Minuten laufen; bleibt es, gehört es angeschaut.
- Es riecht oder schmeckt anders: nicht trinken und anrufen.
- Es tritt nur beim Warmwasser auf: Hält es an, kann es am Boiler oder Speicher liegen und nicht am Netz.
- Es tritt nur an einem Hahn auf: Dann ist das Problem örtlich, meist im Strahlregler oder im Schlauch.
Weißes Wasser und Kalk sind nicht dasselbe
Das wird oft verwechselt. Weißes Wasser ist ein vorübergehendes Phänomen durch Luft. Kalk dagegen trübt das Wasser im Glas nicht: Er zeigt sich als weiße Ablagerungen an Armaturen, Duschköpfen und an den Heizstäben von Wasch- und Spülmaschine. Ist das Ihr Problem, führt der Weg anderswohin: eine Wasseraufbereitung oder ein Enthärter, ausgelegt auf die tatsächliche Härte Ihres Wassers.
Wie wir helfen
Beruhigt Sie der Glastest nicht, schaut man besser nach. Wir prüfen Anlagen und bauen Wasseraufbereitungssysteme in Bozen und Umgebung ein: schreiben Sie uns und beschreiben Sie, was Sie sehen und seit wann — oft erkennen wir schon an der Beschreibung, ob ein Besuch nötig ist.


